Glaubenssätze sind Sätze, an die wir glauben. Leitideen, die wir für wahr halten. Wir sprechen von ihnen als unseren Einstellungen.

Unterstützend oder auch einschränkend

Glaubenssätze sind Generalisierungen, sie verallgemeinern und vereinfachen ein Thema. Sie sind uns nicht immer bewusst, auch wenn wir versuchen, nach ihnen zu leben. Man unterscheidet zwischen unterstützenden und einschränkenden Glaubenssätzen.

Unterstützende Glaubenssätze helfen uns dabei, unsere Wünsche und Ziele zu erreichen:

  • Mir wird alles gelingen.
  • Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
  • Ich kann alles erreichen, was ich erreichen möchte.

Einschränkende Glaubenssätze hindern uns an der Erfüllung unserer Wünsche und Ziele:

  • Ich werde nur geliebt, wenn ich Leistung bringe.
  • Das schaffe ich nie.

Glaubenssätze entstehen ...

  • indem wir in der Kindheit die Glaubenssätze von wichtigen Bezugspersonen, hauptsächlich den Eltern, aber auch von Lehrern, Geschwistern oder anderen für uns wichtigen Personen übernehmen.
  • aus unseren eigenen Erfahrungen: Wir erleben bestimmte Dinge wiederholt (Nur wenn ich anderen helfe, wird mir geholfen) oder sehr intensiv (Angriff durch einen Hund -> Hunde sind gefährlich).

Wofür sind Glaubenssätze wichtig?

Glaubenssätze helfen uns dabei, Informationen rasch und sicher einzuordnen und schnell darauf zu reagieren. So geben sie unserem Leben Stabilität und Kontinuität und sichern unser Überleben.

So müssen wir uns zum Beispiel nicht überlegen, ob der Stein, den wir fallen lassen, nach oben oder nach unten fällt, und uns auch nicht jeden Tag neu davon überzeugen, was passiert, wenn wir keinen Filterbeutel im Staubsauger installieren.

Was ist problematisch an Glaubenssätzen?

Einschränkende Glaubenssätze hindern uns daran, unsere Wünsche und Ziele zu erfüllen. Oftmals handeln wir auch nach 'alten' Glaubenssätzen, die in unserer Kindheit und Jugend entstanden sind, und die wir als Erwachsene nicht mehr überprüft haben.

So bleiben sie in unserem Kopf bestehen, auch wenn sie schon lange nicht mehr zutreffen.

Warum ist es so schwierig einschränkende Glaubenssätze zu verändern?

Wenn wir etwas glauben, verhalten wir uns auch so, als sei das, was wir glauben, wahr. Dieses Verhalten führt bei anderen zu entsprechenden Reaktionen, die wir wiederum durch die Brille unseres Glaubenssatzes sehen.

So nehmen wir vor allem das als bedeutsam wahr, was den Glaubenssatz erneut bestätigt. Der Glaubenssatz wirkt als veritabler Wahrnehmungsfilter, der Ereignisse im Sinne dessen, was wir glauben, bestätigt.

So werden beispielsweise Anhänger des Glaubenssatzes 'Das schaffe ich sowieso nicht' mit wenig Kraft und Selbstvertrauen an die Erreichung ihrer Ziele gehen. Auch kleinere Hindernisse oder Rückschläge werden sie als Bestätigung ihres Glaubenssatzes sehen. Schließlich werden sie ganz aufgeben, was wiederum ihren Glaubenssatz bestätigt.

Wie kann man einschränkende Glaubenssätze verändern?

Unsere Glaubenssätze verändern sich in der Regel, wenn wir wiederholt gegenteilige Erfahrungen machen. Oft kommt es aber erst gar nicht erst soweit, weil wir das, was wir – vermeintlich – nicht tun können, auch gar nicht wagen.

So ist der effektivste Weg herauszufinden, wozu wir wirklich fähig sind, so zu tun 'als ob' wir es könnten. Damit schaffen wir positive Glaubenssätze, die uns unsere wahren Fähigkeiten aufzeigen. Sie sind wie Erlaubnisscheine, die uns die Welt des Möglichen entdecken und in ihr spielen lassen. So können Glaubenssätze eine Sache der Wahl werden.

Wir können Glaubenssätze aufgeben, die uns einschränken, und Einstellungen aufbauen, die mehr Spaß und Erfolg in unserer Leben bringen. Ein wesentlicher Beitrag zum Erfolg ist es, Einstellungen zu haben, die es uns erlauben, erfolgreich zu sein.

Sabine Natzschka